Der Hand- bzw. Fingertouch ist nicht nur eine sehr einfach zu erlernende Einstiegsübung, er eignet sich vor allem wunderbar als Alternativverhalten, um ein Tier umzuorientieren oder auch zu positionieren.
Fingertouch bedeutet: “Berühre meine Hand mit deiner Nase”
Mit diesem “Trick” ist es möglich
- das Tier in einer bestimmten Position zu halten
- es über Hindernisse zu dirigieren
- seinen Kopf in bestimmte Positionen zu bringen (zum Sitz oder Down lernen beim Hund)
- um den Blickkontakt zu Angst- oder Aggressionauslösern zu unterbrechen
- und und und…
Aufbau:
Die Hand des Menschen wird so vor das Tier gehalten, dass es diesem nicht unangenehm ist!
Jeder Schritt zur Hand, jede Kopfbewegung in die richtige Richtung, das Ansehen der Hand wird geclickt und belohnt (ab sofort als C&B bezeichnet).
Weiß ein Tier überhaupt nicht was es tun soll, kann es zu Anfang mit Futter oder Spielzeug gelockt werden. Als Faustregel gilt hier: NICHT MEHR ALS DREIMAL LOCKEN! Mit wachsender Erfahrung von Mensch und Tier wird dies allerdings nicht mehr nötig sein! So kann an Stelle von Futter der hier gelernte Fingertouch genutzt werden.
Erst wenn das Verhalten sicher gezeigt wird nennt man das gewünschte Signal direkt vor seiner Ausführung:
Kopf geht Richtung Hand -> “TOUCH” -> Nase berührt Hand -> C&B
Belohnung:
Zum Aufbau eignet sich Futter sehr gut, gerade wenn auch der Mensch erst mit dem Clickertraining begonnen hat und noch auf das richtige Timing achten muss.Im weiteren Training sollte allerdings Wert auf vielfältige Belohnung gelegt werden:
Beispiel: Hund möchte auf der Wiese frei laufen
“TOUCH” -> Nase berührt Hand -> “CLICK” und “LAUF” als Belohnung
Beispiel: Katze und Spielzeug
“TOUCH” -> Nase berührt Hand -> “CLICK” und das Spielzeug kommt zum Vorschein
Generalisieren (Verallgemeinern):
Jetzt geht es darum das Signal auch an anderen Orten / mit mehr Ablenkung aufzubauen!
Nur weil ein Hund zum Beispiel im ruhigen Wohnzimmer sofort auf das Signal TOUCH die Hand berührt, heißt das nicht, dass er das auch bei Anblick eines anderen Hundes direkt umsetzen kann!
Hier gilt es das Tier gut zu beobachten und im Zweifelsfall immer einen Schritt zurück zu gehen und den Aufbau der Übung zu überdenken!
“Clickertraining geht nur mit bestimmten Rassen, Tierarten, jungen Tieren, etc. ”
Diese Aussage ist schlicht und einfach FALSCH!
Kein Tier ist zu alt oder auch zu blöd um neues Verhalten zu lernen! Lernen findet immer statt und für jedes Tier gibt es Dinge, die es als belohnend empfindet.
Hier liegt es am Menschen herauszufinden, was das Tier in einer bestimmten Situation gerne möchte, um diese Dinge dann als Verstärker einzusetzen.
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Aufbau “TOUCH” mit zweimaligem Futterlocken beim Hund:
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